Erfolgreiche Soziale Unternehmer Kennenlernen

sociale unternehmer

Jerónimo Calderón und euforia

Neben dem Studium der Politikwissenschaften (mit summa cum laude) in Genf, Paris und in den USA gründet Jerónimo Calderón 2007 euforia, um jungen Menschen Lust auf persönliches Engagement zu geben. Mit Veranstaltungen und Events will euforia junge Leute dazu bringen, selbst aktiv zu werden und globale Herausforderungen anzupacken. Über die Hälfte der Teilnehmer seiner Veranstaltungen engagieren sich danach tatsächlich. Jerónimo Calderón gehört zu den Young Global Shaper des World Economic Forum und wurde 2012 als Ashoka Fellow aufgenommen.

www.euforiaction.org

Marco Castellini und superar

Der Pianist und Dirigent Marco Castellini möchte jungen Menschen klassische Musik näherbringen. Dafür hat er die Europäische Initiative superar, die sich an das venezolanische Erfolgsmodell El Sistema anlehnt, mit in die Schweiz gebracht. Bei Superar Suisse arbeiten junge Musiker mit Schülern in sozial benachteiligten Gegenden zusammen, um diesen Kindern den Zugang zur Musik zu ermöglichen. Der Unterricht ist kostenlos, die Kinder müssen sich aber für zwei bis drei Unterrichtsstunden pro Woche verpflichten.

Superar Suisse startete mit Gesangsklassen an zwei Schulen im Aargau und in Winterthur im Jahr 2012, gefolgt von einem ersten Superar Suisse Kinder-Streichorchester in Zürich Anfang 2013. Gemeinsam mit den ersten Superar Suisse Chören gab es das erste Konzert in der Tonhalle Zürich einige Monate später. Im Herbst 2013 folgte ein Zusammenspiel mit dem Orquesta Infantil de Venezuela im Rahmen der Salzburger Festspiele und im November 2014 ein Konzert mit dem Youth Orchestra of Caracas in der Züricher Tonhalle.

www.superar.eu/superar-schweiz

Susanna Fassbind/Ruedi Winkler und KISS

Die demographischen Veränderungen stellen unsere Gesellschaft vor grosse Herausforderungen. Laut heutigen Statistiken müssen in der Schweiz im Jahr 2040 zwei Erwerbstätigen einen Rentner versorgen. Der bisherige Generationenvertrag geht nicht mehr auf. Ohne zivilgesellschaftliches Engagement werden die kommenden Herausforderungen weder zu meistern noch zu finanzieren sein. Durch die erhöhte Lebenserwartung haben aber die meisten Menschen nach der Pensionierung noch viele aktive Jahre in guter Gesundheit vor sich. Dazu könnten viele Ältere noch länger und günstiger im eigenen Zuhause wohnen bleiben, wenn die notwendige Unterstützung vor Ort da wäre. Hier setzt KISS mit ihrem zivilgesellschaftlichen Vorsorgekonzept an.

Bei KISS leisten Menschen, die noch fit sind, nachbarschaftliche Hilfe bei Menschen die Unterstützung benötigen, damit sie länger zu Hause wohnen können. Wer bei KISS Hilfe leistet, bekommt dafür Zeitgutscheine. Diese können später eingesetzt werden, sollte man selber Unterstützung benötigen. KISS gibt es heute an vier Standorten in der Schweiz. Weitere sind in der Planung.

Für ihren Einsatz wurde Frau Fassbind 2015 mit dem Swiss Re Milizpreis und dem 1. Preis am Wunsch-Schloss Thun ausgezeichnet. Sie hat KISS 2011 gegründet. Ein Jahr danach ist Ruedi Winkler zum Vorstand dazu gestossen.

www.kiss-zeit.ch

Albert Gebhardt/Leonard Wilhelmi und Gartengold

Auf ihrer wöchentlichen Joggingstrecke fiel den beiden St.Galler Studenten Albert Gebhardt und Leonard Wilhelmi auf, dass unzählige Obstbäume an denen sie vorbei kamen, gar nicht geerntet wurden. Auf die Frage, ob sie die Äpfel ernten dürften, erlebten sie, dass viele froh waren, dass jemand die Äpfel wollte.

So entstand das soziale Unternehmen “Gartengold”. Baumbesitzer können den Ertrag ihrer Apfelbäume spenden. Zur Erntezeit werden diese Äpfel von Gartengold in Zusammenarbeit mit dem sozialen Unternehmen Valida, die Menschen mit Behinderung beschäftigen, geerntet und in einer lokalen Mosterei zu Saft gepresst. So werden ungenutzte Äpfel aus privaten Gärten genutzt und Menschen mit Behinderung finden fair bezahlte Arbeit in der Natur. Das Resultat ist ein 100% direktgepresster, naturtrüber Apfelsaft mit Äpfeln von Bäumen aus privaten Ostschweizer Gärten, darunter auch viele alte und seltene Sorten. Das macht den Geschmack von Gartengold einzigartig.

Seit Gartengold vor zwei Jahren zum ersten Mal am Convivatus Forum war, ist ein nachhaltiges Unternehmen entstanden. Heute wird Gartengold im Raum St. Gallen und Zürich direkt und persönlich an eine Vielzahl Büros, Kantinen und Läden geliefert. Am Forum dieses Jahr wird zum ersten Mal das neue Markendesign, dass in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur KSP – KriegSchluppPartner entstanden ist, präsentiert.

Gartengold ist mehrfach ausgezeichnet u.a. mit dem seif Social Entrepreneurship Award und des Nachhaltigkeitspreises der Internationalen Bodensee Konferenz. Dazu hat das Unternehmen ein breites Echo in Fernsehen, Radio und Printmedien gefunden.

www.gartengold.ch

Roger Grolimund und GORILLA

Die Anzahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher ist in der Schweiz, wie in anderen europäischen ändern, in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Mangelnde Bewegung und einseitige Ernährung sind die Hauptgründe. Der Freestyler Roger Grolimund verlor mit 18 Jahren seine Mutter. Die kleine Erbschaft steckte er in eine von ihm und Ernesto Silvani gegründete Stiftung. Mit dieser Stiftung will er Kindern und Jugendlichen zwischen 10 – 20 Jahren Freude an Bewegung und ausgewogener Ernährung vermitteln. Zusammen mit prominenten Botschaftern aus der Freestyle- und Kochszene bietet er jugendnahe Workshops für Schulen in der ganzen Schweiz an. Mit dem vielfach ausgezeichneten GORILLA Projekt ist Roger Grolimund einer der wichtigsten privaten Anbieter nationaler Gesundheitsförderungsprogramme für Jugendliche. Mit öffentlichen und privaten Partnern gestaltet GORILLA zudem bundesweite Kampagnen zum Thema Jugend und Gesundheit, wie zum Beispiel die im September 2014 angelaufende Kampagne „Trink Wasser“. Roger Grolimund ist mit GORILLA Gewinner des seif Award für Educational Innovation 2014.

www.schtifti.ch

Ela Haney und Cook Eat

Unsere Lebens- und Arbeitswelten haben sich in den letzten 50 Jahren grundlegend verändert und sind heute gekennzeichnet durch grössere Mobilität, steigende Urbanisierung und mehr Single-Haushalte. Damit verbunden ist auch ein Trend zu mehr Fertigessen und einem Leben in zunehmender Anonymität, vor allem in Grossstädten.

Diesem Trend tritt die Kommunikations-Designerin Ela Haney mit der Online Plattform Cook Eat entgegen. Cook Eat ist ein Online Marktplatz für selbstgekochtes Essen bei Menschen in der Nachbarschaft. Cook Eat richtet sich an alle die kochen oder gerne selbstgekocht essen und macht damit gesunde, selbstgekochte Mahlzeiten für alle einfach erreichbar und bringt Menschen zum Essen am Tisch zusammen. Wer gerne Kocht, kann Gäste online über die Cook Eat Plattform zu sich nach Hause einladen. Die Gäste bezahlen für das Essen, darüber hinaus lernen sie Menschen aus der Nachbarschaft kennen. Nach einer umfangreichen Testphase wird die Plattform jetzt ausgebaut.

www.cookeat.ch

Manuel Klarmann und Eaternity

Parallell zu seinem Studium der Mathematik, Psychologie und Neuroinformatik hat der ETH Absolvent Manuel Klarmann Eaternity aufgebaut. Ob Firmen oder Privatpersonen, Eaternity zeigt Lösungen auf, bei denen jeder selbst die eigenen Essgewohnheiten klimafreundlich gestalten und langfristig die globalen Treibhausgasemissionen reduzieren kann.

www.eaternity.ch

Katharina Norden/Nina Hobi und Three Coins

Die leichte Verfügbarkeit von Krediten und eine Kultur des alles sofort haben Wollens, hat dazu geführt, das Jugendliche zwischen 18-29 Jahren heute das mit Abstand höchste und am stärksten zunehmende Verschuldungsrisiko in der Schweiz haben. Der Umgang mit Geld hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Heute werden durch elektronische Zahlungen das Geld virtuell und Kaufentscheidung und Zahlung fallen oft zeitlich auseinander.

Katharina Norden und das Three Coins Team setzt sich mit dieser neuen Konsumrealität auseinander. Verantwortungsvoller Umgang mit Geld ist dabei weniger eine Wissens- als eine Verhaltensfrage. Mit einem von Jungen für Junge entwickelten Programm, vermittelt Three Coins Jugendlichen die für heute notwendige Finanzkompetenz. Mit dem Game „CURE Runners“ werden auf spielerische Art und Weise das Verhalten der Jugendlichen beeinflusst und gibt ihnen so die Fähigkeit, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen und finanzielle Entscheidungen zu treffen, ohne dabei in die Schuldenfalle zu rutschen. In der Schweiz wurde “CURE Runners“ und das dazugehörende Schulprogramm im September 2015 lanciert. Katharina Norden war bereits 2014 am Convivatus Forum. Anhand der dort gesammelten Feedbacks und Kontakte entsteht zur Zeit ausserdem ein für die Schweiz entwickeltes Programm für Jugendliche in der Berufsbildung.

Katharina Norden ist Fulbright Alumna und Young Global Shaper beim World Economic Forum.

www.threecoins.org

Niels Rot und der Impact Hub Zürich

Noch während seines Studiums an der HSG baute Niels Rot den Impact Hub Zürich mit auf. Die Gründer des Impact Hubs sind der Überzeugung, dass es keinen Mangel an guten Ideen gibt, um aktuelle Herausforderungen zu lösen, sondern ein akuter Mangel an Zusammenarbeit und unterstützenden Strukturen, um Ideen umzusetzen. Hier setzt der Impact Hub an. Als Knotenpunkt und Anlaufstelle für nachhaltiges Unternehmertum bietet er flexible Arbeitsplätze, eine Vielzahl von Start-Up Inkubationsprogrammen, Innovationsworkshops für Grossunternehmen und unternehmerische Führungstrainings. Mit 7‘000+ Mitgliedern in über 50 Impact Hubs auf der ganzen Welt ist das Impact Hub Netzwerk das Zentrum für Menschen, die eine innovative Art von Wirtschaft schaffen wollen – lokal verwurzelt und global vernetzt. Der Impact Hub Zürich hat sich seit der Gründung im Jahr 2011 als „The Home of Social Entrepreneurship“ in Zürich etabliert. Die Impact Hub Community in Zürich zählt über 350 Mitglieder.

www.zurich.impacthub.net

Carsten Rübsaamen und BOOKBRIDGE

Vor 10 Jahren reiste Carsten Rübsaamen mit einer Gruppe Pfadfinder in die Mongolei. Dort fand er Schulen auf dem Lande vor, an denen es keine Bücher gab. Überzeugt, dass Bildung eine Grundvoraussetzung für nachhaltige Entwicklung ist, Bücher das Fenster zur Welt sind und nach dem Pfadfindergrundsatz „Diene der Gemeinschaft“, sammelte er zu Hause englischsprachige Bücher. Diese brachte er in die Mongolei und baute mit lokalen Pfadfindern ein Lernzentrum auf, das der ganzen Gemeinde Zugang zu Büchern und Weiterbildung ermöglicht. Das Lernzentrum ist durch Mitgliedschaften und Kursgebühren selbstfinanziert. Mittlerweile gibt es 12 dieser sich selbsttragenden BOOKBRIDGE Lernzentren in der Mongolei und neu auch in Kambodscha. Der Aufbau neuer Zentren ist ausserdem eine einzigartige praktische Lernerfahrung für westliche Führungskräfte in den Bereichen Strategischer Planung, Projektmanagement und Leadership. In Zusammenarbeit mit WHU – Otto Beisheim School of Management und der Universität Basel ist ein einzigartiges Executive Leadership Programm entstanden – eine Brücke zwischen Industrie- und Entwicklungsländern – das Lernen auf beiden Seiten ermöglicht. Carsten Rübsaamen ist Ashoka Fellow.

www.bookbridge.org

Carol Schafroth und Rock Your Life!

Rock Your Life! benutzt einen innovativen Multi-Stakeholder Ansatz, um Jugendliche mit ungenügender oder unkundiger elterlichen Unterstützung im Berufswahlprozess – u.a. durch schwierige Familienverhältnisse oder ungenügender Kenntnisse des Berufsbildungssystems oder der Sprache, einen erfolgreichen Übergang von der Schule in die Berufswelt zu ermöglichen. Bei Rock Your Life! begleiten speziell geschulten Studierenden freiwillig während zwei Jahren Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Umgebungen in ihrem Berufswahlprozess. Durch engen Kontakt mit lokalen Unternehmen werden durch Schnupperlehren und Betriebsbesichtigungen erste Einblicke in die Arbeitswelt ermöglicht. Den Schülerinnen und Schüler ermöglicht dies einen erfolgreicheren Übergang ins Berufsleben oder in weiterführende Schulen, die Studierenden entwickeln durch die Mentorenfunktion ihre sozialen Fähigkeiten und lernen unterschiedliche Lebenswelten kennen. Teilnehmende Unternehmen bekommen durch Rock Your Life! Zugang zu motivierten und zielorientierten Berufseinsteiger und Studenten.

Carol Schafroth ist bei Ashoka verantwortlich für die Deutschschweiz und hat 2013 Rock Your Life! in der Schweiz mitgegründet. Heute gibt es Rock Your Life!-Vereine an fünf Standorten in der Schweiz. In Deutschland, wo das Konzept 2009 gegründet wurde, gibt es heute schon über 40 lokale Vereine.

www.schweiz.rockyourlife.org

Jacqueline Schärli und SeitenWechsel

Jacqueline Schärli und SeitenWechsel ermöglicht Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Verwaltung für eine Woche in eine soziale Institution zu wechseln. SeitenWechsel findet unter realen Bedingungen statt. Die Auseinandersetzung mit völlig fremden Problemstellungen schärft die Aufmerksamkeit für das Andersartige und soll Entscheidungsträger befähigen, komplexe Krisensituationen besser zu meistern. Seitenwechsel ist ein Programm der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft SGG.

www.seitenwechsel.ch

Claude Siegenthaler und studienaktie.org

studienaktie.org arbeitet seit vielen Jahren mit dem Ziel, Bildung für alle zu ermöglichen. Sie fördert Bildung, indem sie Lust auf Bildung weckt, Menschen bei der Entwicklung eines individuellen Lebensentwurfs begleitet, die Finanzierung dieses Lebensentwurfs und das darin skizzierte Bildungsprojekt ermöglicht. Vor allem Menschen, die aus bildungsungeübten Umgebungen kommen, gibt studienaktie.org so die Möglichkeit, das eigene Bildungsvorhaben zu konkretisieren und auch zu finanzieren. Der Kern des Modells studienaktie.org ist die persönliche Beziehung zwischen Menschen, die ein konkretes Bildungsvorhaben verfolgen (Bildungsaspiranten) und Menschen, die Ausbildungsdarlehen geben möchten, oft begleitet von einer persönlichen Mentoren-Beziehung (Bildungsinvestoren). Claude Siegenthaler ist Professor für Nachhaltigkeit und Strategie an der Hosei Universität in Tokio und unterrichtet zudem an der Universität St. Gallen und ETH Zürich. Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden des studienaktien-Gründers Lars Stein im Februar 2014, übernahm er als ehrenamtliches Engagement die Geschäftsführung des Vereins studienaktie. org. Zuvor war Claude Siegenthaler viele Jahre Vorstandsmitglied und aktiver Bildungsinvestor.

www.studienaktie.org

Susanne Wittig/Christina Grünewald und Ashoka

Ashoka gilt heute als eine der Top 20 NGO’s der Welt und ist die weltweit führende Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurs, die mit neuen unternehmerischen Konzepten Lösungen von dringenden gesellschaftlichen Herausforderungen erarbeiten. Dies erfolgt in verschiedensten Bereichen wie Bildung, Familie, Umweltschutz, Armutsbekämpfung, Integration oder Menschenrechte. Susanne Wittig hat die Schweizer Organisation von Ashoka mit aufgebaut. Christina Grünewald, selber Social Entrepreneur, leitet und entwickelt die Programme und Projekte von Ashoka Schweiz.

www.switzerland.ashoka.org

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